Entstanden aus der Idee eines Teilnehmers wurde der Graffiti-Workshop als Projektarbeit ins Leben gerufen. Für dessen Durchführung, waren einige Vorbereitungen zu treffen. So wurden im Vorfeld bereits die Sprühdosen in unterschiedlichsten Farbtönen, auf Empfehlung des sich in der Materie auskennenden Teilnehmers, besorgt. Um eine sicheres und gesundheitsunschädliches Arbeiten zu ermöglichen, wurden Staubschutzmasken und Gummihandschuhe jedem Teilnehmer zur Verfügung gestellt.  Zudem wurden Holzplatten auf die Maße 90cm x 110cm und 110cm x 150cm zurechtgesägt und deckend weiß gestrichen um diese als Leinwand verwenden zu können. Als Gestell wurden nutgefräste, rechtwinklig verschraubte Holzbalken verwendet, in die die Leinwand eingeschoben wurde und dieser somit Halt bieten konnte. Alle Teilnehmer, die am Graffiti-Workshop teilnahmen sollten sich im Vorfeld einen eigenen Entwurf überlegen und Techniken über dessen Durchführung erörtern. Bereits im Vorfeld und auch am Tag des Workshops stand der ideengebende Teilnehmer jedem mit Rat und Tat bezüglich der verschiedensten Techniken und denen sich daraus ergebenen Möglichkeiten zur Durchführung beiseite. So bestand beispielsweise die Vorbereitung für den Großteil der Teilnehmer in der Erstellung jeweils benötigter Schablonen und/oder im Abkleben der Motivkanten mit Klebeband um ein versehentliches Übersprühen zu vermeiden.

(Schablonentechnik mit Schablone aus PVC)

Der Tag des Workshops selber war unterteilt in einen Theorieteil am Vormittag und einen Praxisteil am Nachmittag. Vor dem eigentlichen Theorieunterricht wurden einige Themenbereiche festgelegt, die Teilnehmer konnten sich zu einem Themen Bereich  ihrer Wahl eintragen. Um für die jeweiligen Bereiche Informationen aus dem Internet  zusammen zu tragen. Und am Theorieunterrichtstag über ihren Themen Bereich für alle einen kleinen Vortrag abhalten.

Im Verlaufe des Theorieunterrichts wurden Themen wie die Entstehung, sowie Arten, die als Graffiti gezählt werden können. Wie z. b. Wandmalereien aus der Altenvorzeit, Text der häufig hinterlassen wird „Ich war hier …“ ist ebenso ein Graffiti wie das „Tag“ (Schriftzug von einer Crew oder einem einzelnen Sprayer) heute. Für die neuzeitliche Art von Graffiti ist ein Jugendlicher aus New York mit seinen Initialen Taki 123 einer der zu den Anfängen der Graffiti Szene gesehen wird. Es wurde auch über die einzelnen Spray Techniken und ihrer Bezeichnungen gesprochen.

Nachdem die Vorträge beendet waren, begab man sich frohen Mutes ans Werk. Einige begannen ihre Ideen direkt freihändig auf die Leinwand zu bringen,  andere gingen den weitaus zeitaufwändigeren Weg sich erst Schablonen aus PVC oder Pappe anzufertigen oder bestimmte Bereiche abzukleben. Der erfahrene Teilnehmer zeigte zwischendurch an einer Übungsleinwand, wie ein sogenanntes „Piece“ und ein „Bombing“ hergestellt wird und erklärte dabei auch die unterschiedlichen Sprühköpfe mit den verschieden großen Öffnungen.

Piece
Beim einem „Piece“ sprüht man erst den Hintergrund mit teilweise mehreren Farben und verwendet dabei Farbverläufe („ Fadings“). Darauf werden grob die ersten Außenkonturen des Schriftzuges mit beliebiger Farbe skizziert („First Lines“) und dann beginnt man mit dem Ausfüllen der Buchstaben. Am Ende werden die Außenkonturen der Buchstaben nochmal mit schwarzer Farbe nachliniert und mit einer farblichen Umrandung versehen („Outline“).

Bombing
Beim Bombing lässt man den Hintergrund weg und sprüht direkt den Buchstabeninhalt mit einer schnell gezogenen Outline. Zum Schluss kann man das Bild noch mit einer szenetypischen Unterschrift versehen, dem „Tag“.

Schnell wurde während des Sprühens klar, dass die verpflichtend genutzten Staubmasken gegen das Aerosol, das sich durch das Sprühen reichlich in der Luft befand, nichts nutzten und nur kosmetischer Natur waren. Richtige Sprayer, wie der erfahrene Teilnehmer, haben deswegen auch spezielle Atemschutzmasken.
Leider wurde der Großteil der Teilnehmer mit seinem Bild nicht fertig, sodass beschlossen wurde, noch einen weiteren Tag dafür zu verwenden; insbesondere die Schablonentechnik hatte dazu geführt, dass manche kaum ans eigentliche Sprayen kamen.

(Hintergrund für eigentliches Motiv)

(Mischung aus gespraytem Graffiti und Nachbearbeitung mit Pastellkreide)


 

Es war schon sehr in die Jahre gekommen, das alte Wegekreuz zwischen Todenfeld und Hilberath.

Der Neuaufbau des Kreuzes, ein schönes und gleichzeitig handwerklich forderndes Projekt für unsere Teilnehmer/-innen.

Kreuz Hilberath

 

 

In Rheinbach verbirgt sich ein kleiner Schatz, oder zumindest was man benötigt, um diesen herzustellen: ein Lager voller Glas-Rohlinge. Dieser wird verwahrt für ihn, den Einen der sie noch beherrscht, die Kunst das Glas in Form zu bringen. Herr Fritz Berg, seines Zeichens Glasschleifer aus Leidenschaft, führte uns heute durch das Rheinbacher Glasmuseum.

 

Die vielfältigen Ausstellungsstücke sind überwältigend und es ist wirklich von Allem Etwas dabei: alle Farben, alle Formen, alle Fertigkeiten und Kunstformen die das Glashandwerk hervorgebracht hat, sind vorhanden. Wir staunten nicht schlecht über die filigranen Arbeiten, die Detailgenauigkeit, die Farbenpracht und all den Einfallsreichtum der Glaskünstler, der darin steckt.

 

Bild 1: Eine Auswahl der Ausstellungsstücke des Glasmuseums Rheinbach, meist Leihgaben oder Spenden

 

Glasschleifer, ein ganz besonderes, altes Handwerk, aber leider auch eines, das es in der heutigen Zeit nicht mehr häufig gibt. Mit dem Veredeln von Glas ist heute leider kein Geld mehr zu verdienen und so stirbt der Beruf langsam aus. Man merkt, wie schwer Herrn Berg das Herz wird, wenn er davon berichtet. Er selbst liebt seinen Beruf, er liebt das Handwerk, das Material, die Kunst die darin steckt. Dieser Funke springt über wenn er erzählt.

 

Ein ganz besonderes Highlight dieser Führung: Herr Berg zeigt uns sein Handwerk, ganz nah,  unverfälscht. Inklusive „Matsch und Getöse“. Eine Vorführung, die so nicht mehr zu sehen ist, mit Geräten, die sonst keiner mehr benutzt. Eine knappe halbe Stunde braucht er, um aus einem Rohling ein einzigartiges Stück zu schleifen. Echte Handarbeit, unbezahlbar.

Bild 2: Die Glasherstellung und das Schleifen – Fritz Berg bei der Arbeit

 

Beeindruckt gehen wir, freuen uns über dieses Erlebnis und sind doch auch ein bisschen nachdenklich und traurig. Wie schade, dass es dieses Handwerk so wohl nicht mehr geben wird.

 

Herzlichen Dank an das Glasmuseum und an Sie lieber Herr Berg, für diese wundervolle Führung.

http://glasmuseum-rheinbach.de/

Die Teilnehmer und das Team NEUE PFADE

 

 

 

 

 

Projektarbeit bei den NEUEN PFADEN ist ohne maschinelle Hilfe heute nicht mehr denkbar.

Wir sind deshalb dankbar, dass uns auch Stiftungen immer wieder finanziell unterstützen und wir damit unseren Teilnehmern abwechslungsreiche Tätigkeiten und Einblicke in besondere Arbeitsabläufe bieten können.

Unser besonderer Dank gilt der Hit- Umwelt-und Naturschutz Stiftung GmbH und der F. Victor Rolff Stiftung, die uns u.a. den Kauf einer motorgetriebenen Schubkarre und eines neuen Rasenmähers ermöglichten.

Beide Geräte werden im Rahmen des Projektes "Schwesternpark, Rheinbach" eingesetzt